Ich mahl' mit! - Erfahrungsberichte

Yvonne Gausche:

„‘Müllerin‘ klingt vielleicht altmodisch und ein paar Vorurteile gibt es schon – aber das liegt daran, dass viele gar nicht wissen, wovon sie reden. Sie denken, man steht nur an der Maschine und braucht nichts weiter zu tun, obwohl ja sehr viel mehr dazu gehört. Gut finde ich vor allem, dass einen nicht jeden Tag die gleichen Tätigkeiten erwarten. Mein Ausbildungsbetrieb vermahlt bis zu 160 Tonnen Getreide pro Tag. Da gibt es immer viel Abwechslung auf dem Weg vom Getreide zum Mehl – und zwischendurch geht es ins Labor zum Untersuchen von Proben. Deshalb sollte man für diesen Beruf Interesse an Technik und handwerklichen Tätigkeiten mitbringen – und auch ein bisschen Spaß an ‘Mathe‘ haben.“

Michael Riedel:

„Beim Berufsvorbereitungskurs am Beruflichen Fortbildungszentrum hat mich der Leiter motiviert, ein Praktikum in der Mühle zu machen. Das hat mir auf Anhieb gefallen. Für den Beruf benötigt man auf jeden Fall entsprechendes Interesse, denn das nötige Know-how ist ganz schön umfangreich. Am meisten schätze ich an meiner Ausbildung, dass man danach in vielen verschiedenen Bereichen tätig sein kann und dass der Beruf viel Abwechslung mit sich bringt. Nach der Gesellenprüfung muss ich zwar noch meinen Zivildienst ableisten, werde dann aber weiter in der Mühle arbeiten und versuchen, in ein paar Jahren meinen Meister oder Müllereitechniker zu machen.“

Benjamin Winkler:

„In unserer mittelgroßen Getreidemühle habe ich eigentlich alles gelernt, was im Betrieb so läuft. Es ging los mit der Rohstoffannahme und dem Herstellen von Getreidemischungen. Ich war viel in der Mühle unterwegs, um dort die Maschinen und Qualitäten zu überwachen. Bei Bedarf habe ich unsere Handwerker unterstützt und bei Reparaturen mitgeholfen. Teilweise konnte ich mich auch im betriebseigenen Labor um die verschiedenen Analysen kümmern. Als Müller muss man eben in allen Bereichen fit sein.
Ich finde es klasse, dass mich auf der Arbeit nicht jeden Tag das Gleiche erwartet, weil ich viele verschiedene Aufgaben habe. Was das Image des Berufs angeht, kann ich nur über meine eigenen Erfahrungen sprechen, und die sind größtenteils sehr positiv. Viele Leute fragen zwar: „Was? Das gibt es noch?“ Allerdings sind sie dann meistens hoch interessiert und stellen viele Fragen über den Beruf. Ein Freund von mir hat sich sogar auch in meinem Lehrbetrieb beworben und ist ebenfalls sehr glücklich mit seiner Wahl.“

Stefan Spiegel:

„Da ich sehr landwirtschaftsbezogen bin, aber leider keinen eigenen Betrieb zu Hause hatte, entschloss ich mich, den Beruf des Mischfuttermüllers zu erlernen. Mein damaliger Ausbildungsbetrieb umfasste auch einen Landhandel und dadurch war das Aufgabengebiet sehr groß, − auch mit Tätigkeiten außerhalb des Müllerberufes − so dass keine Langeweile aufkam. Ich habe festgestellt, dass der Müllerberuf zusätzlich auch sehr vielseitig ist und man immer interessante Tätigkeiten ausüben kann, wenn man flexibel und offen im Leben ist.“

Axel Gahrmann:

„Der Müller war für mich vor Jahren noch kein Begriff. Ich wohnte in der Nähe einer großen Industriemühle, ohne wirklich zu wissen, was im Inneren vor sich geht. Als ich dann kurz vor meinem Schulabschluss stand, hörte ich vom Ausbildungsberuf des Müllers. Natürlich wusste ich nicht so recht etwas damit anzufangen, aber als mir die Berufsberaterin von dem Beruf erzählte, war ich begeistert. Ich bewarb mich bei dem Betrieb in meiner unmittelbaren Umgebung und sollte erst einmal ein Praktikum absolvieren. Das Praktikum war wunderbar. Jeden Tag andere Anforderungen, jeden Tag unterschiedliche Arbeitsaufträge und es macht sehr viel Spaß. Ich habe in dem Betrieb die dreijährige Ausbildung absolviert. Der Müllerberuf ist handwerklich, technisch, sehr zukunftsorientiert und so besonders! Für mich persönlich gibt es keinen besseren Beruf.“