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Männer & Frauen

Früher war der Müllerberuf eine Männerdomäne, denn die Arbeit in der Mühle war Schwerstarbeit. Die Säcke, in die das Mehl gefüllt wurde, wogen noch bis weit ins 20. Jahrhundert hinein 50 bis 100 Kilo. Obwohl der 50-Kilo-Sack bereits in den 1950iger Jahren aufkam, wurde der 100-Kilo-Sack erst in den 1970iger Jahren endgültig verboten.

 

Trotzdem spielte die Müllerin schon immer eine wichtige Rolle in der Mühle. Sie war Herrin über Haus und Gesinde. Oftmals selbst aus einer Mühle stammend, war sie als stellvertretende Betriebsführerin anerkannt. Während der Müller unterwegs war, kümmerte sie sich um die Belange der Kundschaft. Auch im Falle, dass der Müller früh verstarb, konnte sie die Mühle weiterführen, jedoch nicht als Erbin sondern als Statthalterin, bis der männliche Nachfolger das Amt übernehmen konnte. Frauen konnten also nicht Handwerksmeisterinnen im eigentlichen Sinn sein, sondern lediglich Betriebsführerinnen, so beschreibt es Martina Switalski in Ihrem Buch Landmüller und Industrialisierung.

 

Heute ist das anders, auch wenn der Beruf noch immer männlich geprägt ist. Der Frauenanteil in der Ausbildung liegt seit vielen Jahren zwischen fünf und zehn Prozent und darf gern weiter steigen.

 

Die Frauen in der Müllerei sind auffallend erfolgreich. Fast alle machen ihren Meister oder Techniker. Viele Müllerinnen führen ihren eigenen Betrieb. Beim MühlenMasters, dem jährlichen Leistungswettbewerb des Handwerks gehören die wenigen Frauen regelmäßig zu den Kandidatinnen mit den besten Abschlüssen. 2015 belegten gleich zwei Frauen die ersten beiden Plätze des Traditionswettbewerbs.

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